| Atmosphäreneffekt, Klimabedingung - und wie der Mensch durch seine Wirtschaftstätigkeit das Klima auf der Erde mitgestaltet |
| Wie
sieht es mit der Venus und ihrer Atmosphäre aus? (in der Fassung des Kapitels 8.5 der 2. Auflage des Buches) |
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Wie sieht es jedoch mit der Venus
aus? Und: Warum unterscheidet sich die Venus so gravierend von der Erde, wo
doch wesentliche planetare Größen denen der Erde so ähnlich sind? *mittlere Temperatur an der
Venusoberfläche: 735,3 K *Strahlungsgleichgewichtstemperatur
der Venus: 228 K *adiabatische
Temperatursenkungsrate in der unteren Venusatmosphäre: − 7,9 K km-1 Der Vollständigkeit halber
soll hier angemerkt werden, dass sich der Autor des vorliegenden Buches bereits
früher zu den klima-charakteristischen Werten der Venusatmosphäre geäußert
hat [9] und zu den folgenden Ergebnissen gekommen ist. Mittlere Temperatur
an der Oberfläche: 730 K; Strahlungsgleichgewichtstemperatur: 231,7 K;
adiabatische Temperatursenkungsrate: 8,3 K km-1. In allen Fällen gibt es eine durchaus
befriedigende Übereinstimmung, trotz der teilweise vorgenommenen starken
Vereinfachungen. Man kann resümieren, dass den
atmosphärischen Gegebenheiten auf der Venus die gleichen physikalischen
Gesetzmäßigkeiten zugrunde liegen wie auf der Erde – trotz völlig unterschiedlicher
stofflicher Zusammensetzung der Atmosphäre. Die beiden Temperaturwerte 730 K
(an der Oberfläche) und 230 K (im Strahlungsgleichgewicht) charakterisieren die
Atmosphäre der Venus. Trotz der dichten Bewölkung wärmt die Sonne den
Venusboden auf. Dieser gibt seine Wärme konvektiv und radiativ an die
Atmosphäre ab. In ihr werden die Wärmeströme nach oben transportiert. Die
Wolkenschicht behindert die Aufwärtsströmung, doch letztlich strahlt sie die
Wärmestrahlung des Systems Venus/Atmosphäre an das Weltall ab. Mit diesem
Wärmedurchfluss vom Venusboden durch die Venusatmosphäre und die Abstrahlung
aus der Wolkenschicht gibt es eine stabile Temperaturschichtung [4] g/cp (trocken und feucht). [1] Jelbring [6] merkt dazu an: „Interessanterweise bildet die Modellatmosphäre den Zustand eines energetischen Gleichgewichts aus, unabhängig davon, ob Licht direkt die Planetenoberfläche erreicht oder nicht. Das erklärt, warum Venus eine quasi- oder nass-adiabatische Temperatursenkungsrate in ihrer Troposphäre hat.“ [2] Dabei wird überschläglich davon ausgegangen, dass die wesentliche planetare Reflexion an der Wolkenschicht stattfindet. Die planetare Albedo beträgt 0,76. Damit gelangt etwa ein solarer Strahlungsanteil von 2615 W m-2 ∙ 0,24 = 627,6 W m-2 durch die Wolken hindurch. Geteilt wieder durch den Geometriefaktor 4, errechnen sich rund 157 W m-2 - eine ähnliche Größe wie bei der Erdoberfläche - , die von der Venusoberfläche im globalen Durchschnitt absorbiert und dann wieder an die Troposphäre übergeben werden. Sie werden letztlich als Wärmestrahlung von den Wolken ins Weltall abgeführt. [3] Venussonden haben bis
einige tausend Kilometer Höhe über der Venus ungewöhnlich viel Wasserstoff
gemessen. Außerdem hat sich offenbar im Lauf der Zeit in der Venusatmosphäre
schwerer Wasserstoff relativ angereichert, der auf Grund seiner höheren Masse weniger schnell
ins All entweichen kann. [7] [4] „Wie auf der Erde ist es auch auf der Venus in Bergen kälter und in Tälern wärmer“ wird in einem Bericht der LVZ [10] aus dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt mitgeteilt. [5] Ingersoll, A. P.:
Venus: Express dispatches. Nature,
450, 617-618. [6] Jelbring, H.:
The „Greenhouse Effect“ as a function of atmospheric mass. Energy & Environment, Vol. 14, Nos. 2 & 3, 351-356, 2003. [7] Kippenhahn, R.: Abenteuer
Weltall. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1991. [8] Sorokhtin, O.G.: Adiabatische Theorie des Treibhauseffekts. In: Möglichkeiten der
Verhinderung des Klimawandels und seiner negativen Auswirkungen (russ.). Moskau: Verlag
Nauka, 2006, S. 101-129. [9] Brune, W.: Gravitation and gas laws: an alternative approach to
climatology. Energy & Environment, Vol. 20, No. 7, 2009, 1141-1147. [10] Leipziger Volkszeitung,
7.5.2010, Magazin (Wissenschaft), S. 7. |
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