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CO2-Strahlungsantrieb und CO2-Klimasensitivitaet Fortsetzung der Diskussion um die inhaltlichen Probleme der Monografie zur "Klimaphysik" Dr. Wolfgang Brune |
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*Unter
heutigen klimatischen Verhältnissen beträgt die
maximale Direktabstrahlung der
Erdoberfläche ins All, bei global klarem Himmel, etwa
63 W/m² - exklusiv in
den Wellenlängen des IR-Strahlungsfensters. Innerhalb
der Wellenlängen des
IR-Strahlungsfensters wird der dort emittierte
Teil der Bodenwärmeabstrahlung unmittelbar
ins All abgestrahlt, weil er
in diesem Wellenlängenbereich auf keine Absorber der
hauptsächlichen
IR-aktiven Gase in der Atmosphäre trifft (mit Ausnahme von
troposphärischem
Ozon, das hierbei vernachlässigt werden soll). Mit Trenberth
et al. [1], 2009,
teilt sich diese Nettostrahlung für mittlere klimatologische
Verhältnisse,
insbesondere mittlere globale Bewölkung, jedoch in einen Teil,
der trotz Wolken
direkt ins All emittiert wird, und
in einen Teil, der innerhalb des Fensters von vorhandenen Wolken
absorbiert,
nach oben transportiert und schließlich in die
Atmosphäre emittiert wird, auf.
Der Direktabstrahlungsteil ist mit 40 W/m² ausgewiesen.
Für die Abstrahlung aus
den Wolken werden etwa 30 W/m² ausgewiesen. Nach Miskolczi [2]
beträgt der
Gesamtanteil im IR-Strahlungsfenster 61 W/m²; nach dem Autor
[3] wird er im
Mittel mit 63 W/m² angegeben¹. In jedem Falle gilt: Was vom
Boden innerhalb des
IR-Strahlungsfensters emittiert wird, gelangt entweder direkt
ins All oder
wird an der Bewölkung absorbiert. Es verbleibt ein
Strahlungsanteil, der vom
Boden in Richtung Atmosphäre emittiert wird, der aus der
Gesamtabstrahlung
minus der Abstrahlung innerhalb des Strahlungsfensters besteht: im
Mittel 396
W/m² - 63 W/m² = 333 W/m². Und dieser
Strahlungsteil trifft – ebenfalls
außerhalb des IR-Strahlungsfensters
– auf eine atmosphärische Gegenstrahlung
von genau der gleichen mittleren Intensität von 333
W/m², die von einer
effektiven Temperatur von rund 277 K aus der unteren
Atmosphäre stammt. Hin- und
Gegenstrahlung kompensieren sich; s. dazu noch einmal das
dazugehörige Bild: Die
maximal mögliche Direktabstrahlung der Erdoberfläche
bei global klarem Himmel
von etwa 63 W/m² erweist sich als eine
Schlüsselgröße der Klimatologie. Es gibt nur eine Möglichkeit, das IR-Strahlungsfenster teilweise oder ganz für Bodenwärmestrahlung zu verschließen, nämlich in Abhängigkeit vom globalen Wolkenbedeckungsgrad. Bei klarem Himmel werden unter heutigen mittleren globalen Verhältnissen die genannten 63 W/m² direkt vom Boden ins All abgestrahlt. Beträgt die Wolkenbedeckung global 100%, muss man davon ausgehen, dass keine Bodenstrahlung direkt ins All emittiert wird. Beträgt sie im Mittel etwa 60%, wie heute gegeben, werden die von Trenberth et al.[1], 2009, angegebenen 40 W/m² direkt ins All emittiert. S.dazu das Bild:
*Der
atmosphärische CO2-Strahlungsantrieb
ist null. Die
Atmosphäre enthält bekanntlich
IR-aktive
Gase, darunter das CO2. Sie könnte
folglich prinzipiell auf
Wärmestrahlung, die von der Erdoberfläche emittiert
wird, reagieren. Wenn
jedoch, s. oben, keine Wärmestrahlung der Oberfläche
in die untere Atmosphäre
eindringen kann, entfällt eine Absorption, selbst wenn mit CO2
ein
dazu bereites Gas vorhanden ist. Im plan-parallelen Modell stehen sich
mit
unterer Atmosphäre und Erdoberfläche zwei Strahler
gegenüber, die in etwa mit gleicher
Intensität gegeneinander strahlen. Die
dabei übertragene mittlere Wärme an jeweils den
Halbraum (Eddingtonfluss)
beträgt nach H/Pi
= mittlere Strahlungsintensitaet von oben - mittlere
Strahlungsintensitaet von unten
annähernd
null. Es wird durch Strahlung keine Wärme vom Boden in die
untere Atmosphäre
eingetragen, ebenso wie auch durch die untere
Atmosphäre keine radiative Wärme
in die Erdoberfläche eingetragen wird. Beide Emitter
werden „warmgehalten“, d.
h. behalten im stationären Fall ihre Temperatur bei. Damit
ist der atmosphärische
Strahlungsantrieb,
d. h. der Nettostrahlungsfluss, beispielsweise des CO2
gleich null.
(Das gilt exakt nur für das Modell. In der Realität
kann es durchaus vorkommen,
dass die beiden
betroffenen Strahlungsintensitäten
nicht exakt gleich sind. Dann wird in geringem Maße
Wärme übertragen, und zwar
ist das sowohl nach oben als auch nach unten möglich; eine
leichte Erwärmung
oder Abkühlung kann folglich eintreten.) Das
Zusammenspiel von Strahlungsantrieb (Radiative Forcing, RF) und
Klimasensitivitaet (Lambda)
kann nach einfachen
Modellannahmen wie folgt beschrieben
werden: Delta
TS
= RF Lamda Delta TS - näherungsweise
die Änderung der Oberflächentemperatur bei Auftreten
eines Strahlungsantriebs
RF und
Vorhandensein eines IR-aktiven
Gases, ausgedrückt durch die Klimasensitivitaet Lambda (besser wäre hier
der
Begriff IR-Sensitivität). Für
CO2
wurde seitens IPCC eine Klimasensitivitaet von etwa Lambda = 1 K/3,7 W m-2 angegeben.
Bei
einer
Verdoppelung der CO2-Konzentration soll nach
IPCC ein
Strahlungsantrieb von 3,7 K m-2 auftreten. Das
würde dann für CO2
eine Änderung der globalen Oberflächentemperatur von
1 K bedeuten – ohne jede
weitere Berücksichtigung von Rückkopplungs- bzw.
Verstärkungseffekten. Stattdessen
wurde oben dargestellt, dass der atmosphärische CO2-Strahlungsantrieb
null sein muss. Damit kann auch keine positive Änderung der
Oberflächentemperatur eintreten – trotz nachweislich
vorhandener
Klimasensitivitaet des CO2. Um eine
Temperaturerhöhung oder
-erniedrigung auf dem Strahlungsweg zu erreichen, muss nach der
angeführten
Gleichung sowohl eine absorbierbare Strahlung, damit ein
Strahlungsantrieb als
Änderung des bisherigen Strahlungsgleichgewichts, als auch das
Vorhandensein
IR-aktiver Gase, mit einer messbaren Klimasensitivitaet,
gegeben sein. Literatur: [1]
Trenberth et al.: 2009 earth´s global energy
budget. Bull. Am.
Met. Soc., 90, 2009,
311-323. [2]
Zagony, M.: The saturated greenhouse effect theory
of Ferenc Miskolczi. http://www.scribd.com/doc/25071132/The-saturated-greenhouse-effect-theory-of-Ferenc-Miskolczi [3] Brune, W.: Klimaphysik. Leipzig: Edition am Gutenbergplatz, 2011. [4] Ozawa et al.: The second law of
thermodynamics and the global climate system: A review of the maximum
entropy production principle. Review of Geophysics, 41, 4/1018, 2003. http://www.wolfgang-brune.eu/Klimaphysik.html info@wolfgang-brune.eu © by Wolfgang Brune, 2011/2012 |