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Gegenstrahlung und mittlerer Wassergehalt der Atmosphäre - ein klimatologisches Resümee Anfang 2012 Fortsetzung der Diskussion um die inhaltlichen Probleme der Monografie zur "Klimaphysik" Dr. Wolfgang Brune |
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Die
atmosphärische Gegenstrahlung ist nicht das Ergebnis von
Absorption und
Reemission von Bodenstrahlung durch IR-aktive Gase in der
Atmosphäre (sondern entsteht
im Gefolge der stationären Temperaturschichtung der
Atmosphäre beim
Aufstieg von solar erwärmten Luftpaketen); ich messe ihr
jedoch eine zentrale
Rolle beim Verständnis von atmosphärischen
Klimavorgängen bei. 1.
Ausgangspunkt ist, dass ein (vereinfachend als plan-paralleler
Schwarzkörperstrahler angenommener) Emitter der mittleren
Temperatur 289 K eine
Wärmestrahlung von 396 W/m² aussendet. Die
darüber befindliche Erd-Atmosphäre
lässt ungeschwächt alle Strahlung - bei global klarem
Himmel - durch, die sich innerhalb
der Wellenlängen des IR-Strahlungsfensters befindet,
das sind maximal etwa
63 W/m² (bei anderen Autoren 70, 61, 65 W/m²); bei
global durchschnittlicher
Bewölkung sind das noch 40 W/m² - die restlichen 23
W/m² werden an Wolken
absorbiert, in den Wolken als Materiestrom nach oben transportiert und
dann
oben in das All abgestrahlt. Es erfolgt keinerlei Absorption an
IR-aktiven
Gasen (außer etwas Ozon), darunter v. a. auch nicht an CO2.
Außerhalb der Wellenlängen des
IR-Strahlungsfensters verbleibt folglich noch eine
potentielle
Bodenwärmestrahlung von 396 - 63 = 333 W/m², die in
die Atmosphäre eintreten
und dort von IR-aktiven Gasen teilweise absorbiert werden und damit
eine
Temperaturerhöhung verursachen könnte.
Das geschieht jedoch nicht,
weil ihr gerade eine atmosphärische Gegenstrahlung von
gleicher Intensität
entgegen kommt und sich beide Strahlungen neutralisieren. Diese
Gegenstrahlung
wird hervorgerufen durch die stationäre Temperaturschichtung
der Atmosphäre
(hier von einer Effektivtemperatur der unteren Atmosphäre von
etwa 277 K
emittiert), die nach unten gerade noch die Erdoberfläche
erreicht (und nach
oben in der Atmosphäre verbleibt). Es tritt folglich -
außer der Bodenstrahlung
im IR-Strahlungsfenster - keine Wärmestrahlung in die
Atmosphäre ein und im
Fenster nur durch sie hindurch bzw. sie wird teilweise an Wolken
absorbiert und
in ihnen nach oben zur Abstrahlung ins All transportiert. Das stimmt
mit dem
Woodschen Experiment überein; über Strahlung wird der
Boden nur mit maximal 63
W/m² gekühlt. Alle andere Wärme wird, wenn
nicht behindert, durch
materie-gebundene Wärmeströme vom Boden
aufwärts transportiert. Damit
erhält
die atmosphärische Gegenstrahlung den ihr gebührenden
physikalischen Platz. Sie
ist nicht eine relativ belanglose Größe, mit der man
mathematische Spielchen
treiben könnte, ein "Phantasieprodukt", "physikalischer
Nonsens", eine "absurde Idee" usw., wie sie manchmal bezeichnet
wird. Sie sorgt dafür, dass beide Emitter, der Boden und die
untere Atmosphäre,
warmgehalten und die stationäre Temperaturschichtung der
Atmosphäre nicht durch
Strahlungsvorgänge gestört wird. 2.
Allein
die Schlussfolgerung, dass CO2
keinen
Erwärmungs- (und Abkühlungs-)Effekt für die
Atmosphäre und den
Erdboden hat, reicht nicht aus, den "Treibhauseffekt" zu bewerten:
Das Wasser muss unbedingt in die
Klimabetrachtungen einbezogen werden. Seine Rolle beschränkt
sich aber auch
keineswegs auf die Rolle der Wolken. Der
Wasserdampfgehalt der Atmosphäre hat insgesamt einen
bestimmenden Einfluss auf
das Klima: Er bestimmt entscheidend das Klima, weil er direkt Einfluss
auf die
stationäre Temperaturschichtung der Atmosphäre hat -
mit steigendem
Wasserdampfgehalt sinkt der Temperaturgradient (und gleichzeitig steigt
die
mittlere Abstrahlungshöhe ins All an). Ich habe das in meinem
Buch „Klimaphysik“
vereinfachend durch die linearen Gleichungen für mittleres G-feucht
(Gradient) sowie effektives X-feucht
(Abstrahlungshöhe) ausgedrückt: *mittleres
Gf
= Gtr
/
(1 + cw*) bzw. *effektives Xf
= Xtr
∙
(1 + cw*) mit
G
- Temperaturgradient [K/km] X
- Abstrahlungshöhe [km] w*
- ein charakteristischer spezifischer Wassergehalt
der Atmosphäre c
- Proportionalitätskonstante Dabei
muss
man sich im Klaren sein, dass Wasser nicht nur durch solare
Flüssigwasserverdunstung
in die Atmosphäre eingetragen werden kann, also durch
Absorption von
Sonnenstrahlung entsprechend der mittleren
Solarkonstanten. Unter
bestimmten Umständen kann auch die (periodische) Schwankung
der
Sonnenstrahlung klimatische Auswirkungen haben, nämlich durch
Hinzutreten der
3. Phase, in der sich Wasser auf der Erde befindet, als
Festkörper (Vereisung
und dann wieder Enteisung; zwangsweise damit verbunden auch mit einem
außerordentlichen Anstieg bzw. Abfall des Meeresspiegels).
Sonst wäre die periodische
Folge von Kalt- und Warmzeiten im Pleistozän klimatologisch
nicht erklärbar
(Periode etwa 100 000 Jahre). Ein periodisches geringes Nachlassen der
Insolation kann dazu führen, dass über eine sehr
lange Zeit Wasser aus der
Atmosphäre entfernt wird, ohne in den üblichen
Wasserkreislauf (der Weltmeere)
einbezogen zu werden, sondern ihm langandauernd entzogen zu werden
(großräumige
Vereisung, mit sekundären klimatologischen Folgen wie
Verschwinden von Wäldern
und Veränderung der Erdalbedo usw.). Dazu reicht eine
insgesamt sehr geringe,
aber sehr lang andauernde globale Wasserentzugsrate (0,1 ∙ 109 t/a). Beim
anschließenden Übergang in eine neue Warmzeit, der
analog durch ein
geringfügiges Ansteigen der Insolation eingeleitet wird, ist
ebenfalls eine
relativ geringe, lang anhaltende Wasserzufuhrrate (1 ∙ 109
t/a), die
zusätzlich aus der
großflächigen Enteisung der
Erdoberfläche gespeist
wird, ausreichend, um den Wassergehalt der Atmosphäre
ansteigen - und mit ihm
auch die globalen Temperaturen ansteigen - zu lassen. Die
zusätzlichen Energiemengen, die solar den Prozess jeweils
einleiten, sind
vernachlässigbar gering zur Grundeinstrahlung der
Sonne auf die Erde. Dann ist
es jedoch auch verständlich, dass
es
später - nach der Beendigung der Eiszeitfolge
(höchstwahrscheinlich anthropogen
bedingt) - auch möglich war, dass durch die menschliche
Wirtschaftstätigkeit
diese geringen, jedoch lang andauernden Mengen an Wasser der
Atmosphäre
zusätzlich zugeführt bzw. aus ihr abgeführt
worden sind, ohne dass die dazu
erforderliche Energie merklich gegen die solare in Erscheinung getreten
wäre,
allein durch materielle Zuführung bzw. Abführung von
Wasser auf lange Zeit und
damit Veränderung des Temperaturgradienten der
Erdatmosphäre, den der globale
adiabatische Aufstieg von solar-grund-erwärmten Luftpaketen
generiert. Das globale
Klima
auf der Erde ist in dem Maße unveränderlich, in dem
der mittlere globale Wassergehalt
der Atmosphäre unveränderlich ist. © by Wolfgang Brune, 2012 |