| Atmosphäreneffekt, Klimabedingung - und wie der Mensch durch seine Wirtschaftstätigkeit das Klima auf der Erde mitgestaltet |
| Eine
Frage am Ende (in der Fassung der 2. Auflage des Buches) |
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Kann
man beweisen, dass es
den rein strahlungs-basierten natürlichen
Treibhauseffekt
und damit auch den darauf aufbauenden anthropogenen
Treibhauseffekt über infrarot-aktive Spurengase nicht
gibt? Man kann. 1. Ausgangspunkt ist die auf
dem hydrostatischen Gleichgewicht beruhende Druckschichtung in der Troposphäre.
Unter keinen unzulässig einschränkenden Annahmen ist es nach dem Modell
adiabatisch aufsteigender Luftpakete möglich, im Langzeitdurchschnitt auf
eine konstante lineare Temperaturschichtung zu schließen. Sie beträgt im Normalfall
für eine mit Wasser beladene Troposphäre etwa konstant – 6,5 K km-1.
Sie ist nur abhängig von der Wirkung der Gravitation auf die idealen Gase der
Lufthülle sowie vom Wassergehalt in der Troposphäre. Wenn es nun – neben der
mittleren Globaltemperatur an der Erdoberfläche – in der Troposphäre einen
weiteren ausgezeichneten Temperaturbereich in einer bestimmten Höhe über
der Oberfläche gäbe, dann würde die zwischen den beiden Temperaturen
bestehende Temperaturdifferenz charakteristisch
für die Troposphäre sein. Einen solchen zweiten charakteristischen
Temperaturbereich gibt es tatsächlich, nämlich den Temperaturbereich, in
dem ein Strahlungsgleichgewicht zwischen der Sonnenzustrahlung und der
Wärmeabstrahlung des Systems Erde/Atmosphäre auftritt. Er liegt effektiv bei
255 K. Die charakteristische Temperaturdifferenz zur Erdoberfläche beträgt
dabei 33 K – das ist genau die Größe des sogenannten natürlichen Treibhauseffekts.
Zu seiner Herleitung bedarf es keines Strahlungsvorgangs mit infrarot-aktiven
Bestandteilen der Atmosphäre, nur der Kenntnis der Gravitationskonstanten,
des Vorhandenseins einer Lufthülle aus idealen Gasen, der Identifizierung der beiden
Mitteltemperaturwerte 288 K und 255 K, die prinzipiell messtechnisch
erfassbar sind, und des Vorhandenseins von genügend flüssigem Wasser an der
Oberfläche und damit eines bestimmten Wassergehalts in der Troposphäre. Die effektive
Abstrahlungshöhe liegt bei 5,1 km. Bilden sich
in einem
begrenzten Temperaturbereich um den heutigen Klimazustand weitere
stabile
Klimazustände aus (wie beispielsweise in den periodischen
Kalt- und Warmzeiten
des Eiszeitalters), zeichnen sie sich durch einen annähernd
gleichen mittleren
atmosphärischen Temperatureffekt von 33 K aus, indem
sich je nach dem mittleren
Wassergehalt der Atmosphäre die
zugehörige feucht-adiabatische
Temperatursenkungsrate
und die effektive Abstrahlungshöhe
gegenläufig so verändern, dass deren
mathematisches Produkt immer annähernd konstant
bleibt. 2. Die lineare atmosphärische
Temperaturschichtung wird durch laufende
Absorption von Sonnenstrahlung in der Erdoberfläche und von dort durch Abgabe
von Wärme an die kältere Atmosphäre aufrechterhalten und stabilisiert. Die Wärmeabgabe erfolgt sowohl auf
radiativem als auch auf konvektivem Weg. Diese Wärme wird in der Atmosphäre
durch einen insgesamt adiabatisch geprägten interaktiven Wärme- und Strahlungsstrom
schrittweise nach oben transportiert. Dort wird sie in einigen Kilometern
Höhe von infrarot-aktiven Bestandteilen der Atmosphäre in das Weltall abgestrahlt.
Nach Abstrahlung ins All kehren die materiellen Träger der Wärme (Luftpakete;
Niederschläge) – ebenso wie der Teil der Wärmestrahlung, der nach unten
emittiert wird – interaktiv, das heißt, sich fortwährend ineinander
umwandelnd, zur Erdoberfläche zurück, um erneut Wärme aufzunehmen und sie nach
oben zu transportieren. Der Wärmetransport in der
Atmosphäre ist keineswegs auf reine Strahlungsvorgänge beschränkt, sondern
erfolgt sowohl nach oben als auch partiell wieder nach unten in ständiger
Gemeinsamkeit von Strahlung und Konvektion. Die langzeitige gleichmäßige
Erwärmung der Erdoberfläche durch die Sonne, deren Wärmeübergabe an die
Atmosphäre, der interaktive Wärmetransport in der Atmosphäre und die
Wärmeabstrahlung in der Höhe bilden auch die entscheidende Voraussetzung dafür,
dass sich im Rahmen dieses permanenten Energieflusses von der Sonne über die
Erde in das Weltall lokal auf der Erde Bedingungen einstellen, die den Aufbau
immer höher organisierter Strukturen, entgegen dem Trend zu immer mehr
Unordnung im Universum, ermöglichen. Grundlage dafür ist die Photosynthese
im Zusammenwirken von sichtbarem Sonnenlicht sowie Kohlenstoffdioxid und
Wasser. 3. Die Entropieerzeugung der Sonnenstrahlung auf ihrem Weg über die Erde beträgt etwa 1,2 W/K m².
In dieser Größe drückt sich die irreversible Degradation der Wärmestrahlung aus, die in
Höhe von einigen Kilometern in der Erdatmosphäre ausgesandt wird – sowohl
nach außen, in das Weltall, als auch nach innen, als Gegenstrahlung in Richtung
Erdoberfläche, zusammen mit den untrennbar verbundenen konvektiven
Wärmerückführungen nach unten. Durch eine solche Wärmerückführung aus der
Atmosphäre kann im Mittel
die Erdoberfläche nicht erwärmt, sondern nur abgekühlt werden. Sie trägt
jedoch insofern zur Warmhaltung der Erdoberfläche bei, als sie deren stärkere
Auskühlung verhindert, die eintreten würde, wenn es keine solche Wärmerückführung
gäbe. Die Aufwärmung der Erdoberfläche bleibt allein der einzigartigen Sonnenstrahlung
vorbehalten, die im Unterschied zur reinen Oberflächenwirkung von
erdgebundenen Wärmeströmen in die Tiefe des Absorbers vorzudringen vermag.
Andere solche hochwertige Wärmequellen stehen in der Atmosphäre auf Dauer
nicht zur Verfügung. Fazit: Sonne
plus Wasser und Wald − unter Mitwirkung des Menschen = Klima. |
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